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Surya Lanka

Panchakarma ist kein Ponyhof! Fazit nach der 1. Woche im Surya Lanka

By 25. August 2015 Popular Posts, Rest der Welt, Unterwegs, Wohlfühlen, Yoga
Ayurveda auf Sri Lanka

Panchakarma ist kein Ponyhof. Der Körper ist willig, doch der Geist ist schwach…

Die letzte Woche war hart. Am Mittwoch dachte ich, dies sei der bisherige Tiefpunkt meiner 2-wöchigen Panchakarma Kur auf Sri Lanka. Ein latentes Hungergefühl nagte an mir, außer heißem und warmem Wasser durfte ich nichts als dünne Reissuppe zu mir nehmen. Es war der Tag des Abführens – aus dem Dünndarm. Doch dann kam der Donnerstag, und der war noch schlimmer. Wieder kein Frühstück, nur Kräutertee und Suppe, diesmal Gemüsebrühe. Dabei sind es weniger die Anwendungen an sich als der Verzicht, in dem ich mich üben muss. Ist das schön? Bedingt, aber schließlich will ich es so. Dachte ich jedenfalls.

Panchakarma ist kein Ponyhof

Relaxed mit Tee – und Öl in den Haaren…

Kein Alkohol, keine Zigaretten, so gut wie kein Fleisch

Jeder, der sich für eine klassische Panchakarma Kur entscheidet, sollte sich vorher genau erkundigen, was ihn erwartet. Es handelt sich definitiv nicht um einen easy peasy Wellness-Urlaub mit ein paar leckeren Massagen und gutem Essen.

Neben dem Verzicht auf Zigaretten, Alkohol, Kaffee, Fleisch und Fisch gehört auch eine Portion Selbstdisziplin dazu. Wer sich auf Panchakarma einlässt, sollte ein Ziel verfolgen und bereit sein, dafür eine Zeit lang Abstriche zu machen. Und das in seinem Urlaub.

Panchakarma ist kein Ponyhof

Ruhen nach der Inhalation. Öl im Haar, klar!

Virechana – der Gipfel der Reinheit

Virechana ist die Dünndarmreinigung. Klingt lecker? Ist sie auch. Virechana gehört zu den 5 Haupthandlungen einer Panchakarma Kur. Pancha = 5 und Karma = Handlungen.

Die Vorbereitung auf die Reinigung des Dünndarms heißt Snehanam, dauert 2-4 Tage un geht so: morgens um 07:15 Uhr wird ein kleines Glas flüssiges Ghee (geklärte Butter) oder Öl, gefolgt von warmem Wasser, geleert. Diese innere Ölung bewirkt eine erste Reinigung der Därme. Wie es ist? Völlig ok und es fühlt sich gut an, zu beginnen.

Reissuppe – dick & dünn

Übel wird es erst, wenn die Einschränkungen beginnen. Das fiese an Virechana ist nämlich nicht die Sache an sich, sondern die Vor- und Nachbereitung. Am Tag selbst wird über den Vormittag verteilt 2-3 Mal Abführmittel getrunken, eine Mischung aus Kräutern, von der ich nicht sagen kann, was genau enthalten ist. Sie schmeckt ziemlich eklig und hat ihre Wirkung getan. Nach Einnahme sollte ich langsam im Garten spazieren gehen, das fördere den Prozess. Um 10:30 Uhr und 11:30 Uhr gibt es einen Teller dünne Reissuppe, die den Abführprozess zusätzlich unterstütze. Gegen Mittag ist dann buchstäblich auch schon alles durch. Abends gibt es eine dicke Reissupe, mit Einlage, und warmes Wasser. Sonst nischte.

Panchakarma ist kein Ponyhof

Mein Essen am Virechana-Tag: Warmes Wasser und Reissuppe

How is your energy?

Ich habe mich die ganze Zeit energiegeladen gefühlt, vielleicht lag es daran, dass ich neugierig darauf war, wie es denn nun sein würde. Außerdem fand ich es gut, meinen Dünndarm zu reinigen, es war das erste Mal für ihn und mich. Die einzige Herausforderung: ich hatte Hunger. Am Abend zuvor gab es „nur“ eine Bohnensuppe und mein Magen verlangte den ganzen Virechana-Tag lang nach mehr. Mir ist klar, dass das natürlich viel mehr ein mentales als ein körperliches Thema für mich war. Ich habe mich am Riemen gerissen, doch die Aussicht darauf, auch am nächsten Tag nur Gemüsesuppe essen zu dürfen, machte mich nicht glücklich. Wirklich einfach gar nicht.

Jetzt sollte das Leben doch bitte schön einfach ayurvedisch normal weiter gehen. Und das tat es eben nicht.

Panchakarma ist kein Ponyhof

Frühstück – wenn man’s denn darf: Curry, Bohnen mit frisch geraspelter Kokosnuss, Kräutersuppe mit Kokosmilch, frische Banane und Papaya mit Limone

Nasyam für die Nase, Akshitaparna für die Augen

Insgesamt zieht sich der Prozess über 4 Tage, dann gibt es einen Normal-Tag und gleich darauf schloss sich bei mir Nasyam, die Nasenspülung, und Akshitaparna an, das Augenbad mit Ghee. Nasyam gehört ebenfalls zu den 5 Haupthandlungen.

Im Klartext: Duschverbot – trotz Shirodhara, dem Stirnguss am Morgen – kein Frühstück, kein Schwimmen, keine Sonne, kein Wind. Nicht einmal der des Ventilators ist erlaubt, denn, ach ja, Klimaanlagen gibt es hier nicht. Die kühle, unnatürliche Luft behindere den Reinigungsprozess.

Bei Nasyam wird Öl in die Nasenflügel geträufelt, es säubert die Nase, die Nasennebenhöhlen, die Stirnhöhle und den Hals. Danach ist Ruhen angesagt, für mindestens 30 Minuten im Zimmer.

Das Augenbad mit Ghee, Akshitaparna, habe ich persönlich als unangenehm empfunden. Von anderen Gästen habe ich jedoch gehört, dass diese Behandlung zu einer ihrer Lieblingsanwendungen gehört. Es soll überanstrengte und müde Augen beruhigen und für einen klaren Blick sorgen. Aus Kircherbsen- und Weizenmehl wird eine Art Brille geformt, in die das warme, flüssige Ghee bei geschlossenen Augen gefüllt wird. Dann macht man die Augen auf und schaut in eine gelbe, trübe Flüssigkeit. Verschwommen habe ich das Gesicht der Doktorin über mir wahr genommen und dachte die ganze Zeit daran, wie furchtbar ich es fände, zu erblinden. Für mich war es keine schöne Erfahrung. Im Nachgang wird Ruhe auf dem Zimmer verordnet, 1 Stunde ruhen ohne zu lesen, zu schreiben oder sonst etwas zu tun. Auch eine Kunst. Ich habe es genau 27 Minuten ausgehalten, danach habe ich gelesen.

Panchakarma ist kein Ponyhof

Dessert: Meine Medizin nach den Mahlzeiten… Nein, das ist kein Alkohol!

Jetzt, zur Halbzeit, kämpfe ich mit einem Ausschlag im Gesicht. Der Reinigungsprozess scheint sich bei mir vornehmlich über die Haut abzuspielen. Jeder hat seine Schwachstelle, sagte die Ärztin dazu, bei mir sei es eben die Haut. Ich habe eine Spülung aus Kräutern bekommen und fühle mich schon besser. Die nächste Woche folgt der Aufbau nach dem ziemlich anstrengenden Hauptteil.

Fazit:

Ich glaube, ich werde jetzt doch mal diese Buch „Darm mit Charme“ lesen….

Beim letzten Mal vor 5 Jahren in Indien hatte ich weniger mit den Auswirkungen des Reinigungsprozesses zu tun. Glaube ich. Möglicherweise erinnere ich es auch einfach nicht mehr. Ich freue mich nun jedenfalls auf die letzten Tage, in denen bis auf Vasti, der Dickdarmreinigung, „nur noch“ Ölmassagen anstehen. Ich berichte!

Newatha hamuvemu!

Links:

Dosha Test

Surya Lanka Beach Resort  – Sri Lanka

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Was ist eigentlich Panchakarma? 

Wie läuft eine Panchakarma Kur ab? 

 

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