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Mallorca romantisch: Eine Nacht im Fischerhäuschen

By 5. April 2017 Mallorca, Mind, Popular Posts, Unterwegs
Fischerhäuschen Cala Llmobards Mallorca

Manche Orte kann es eigentlich gar nicht geben. Sie sind zu schön um wahr zu sein. Zu romantisch, zu pittoreske und, in diesem Fall, aus der Zeit gefallen. Die scheint einfach stehen geblieben zu sein.

Ich habe das Fischerhäuschen schon oft gesehen, wenn ich morgens zum baden gehe in das türkisblaue Meer der Cala Lombards. Wer es sich fragt: nein, sie ist kein Geheimtipp mehr, aber jetzt, in der Vorsaison auf Mallorca bleibt sie einsam. Jedenfalls dann, wenn es dunkel wird und der klare Sternenhimmel sich unter dem schwarzen Firmament ausbreitet und ich ein bisschen an den Sternenhimmel Afrikas erinnert bin und doch kein bisschen Sehnsucht spüre. Genau hier und genau jetzt ist es richtig.

Romantik pur in der Cala Lombards

Freunde haben das Fischerhäuschen auf AirBnB entdeckt. Jeder kann es mieten. Jeder, der auf Strom und fliessendes Wasser verzichten kann, der ein Kaltduscher ist und keine Wassertoilette braucht und der in der Lage ist, einen Kamin  zu befeuern. Der ist nämlich neben der Sonne vom Tag die einzige Wärmequelle. Ausserdem gibt es keinen direkten Zugang zum Haus ausser den zu Fuss und beladen mit den Lebensmitteln, die man meint, zu brauchen. Ein paar Flaschen guten Wein, Brot, Schinken, Käse, Oliven und Tomaten. Zum Frühstück Orangen aus Mallorca für den morgendlichen Saft und Eier, die über dem Bunsenbrenner-Herd gerührt werden können.

Change your perspective once in a while

Ich muss nicht schwärmen von den kühlen Abenden auf dem winzigen Balkon, der mir die Perspektive der Cala Llombards verdreht. Einfach mal die Perspektive wechseln, denke ich, so einfach ist das. Plötzlich sieht alles ganz anders aus, nicht wie der Ort, den ich schon so oft vom Strand gesehen habe. Selbst das Baden fühlt sich anders an, wenn ich von den algenbewachsenen Steinen in das kühle Wasser rutsche. Auf die Seeigel soll ich aufpassen, die sich gerne in den Ritzen der Steine verstecken. Es geht alles gut. Kalt ist das Wasser um diese Jahreszeit noch, den Kopf stecke ich noch nicht hinein. Ich schwimme bis zum Ende der Bucht durch die sich abwechselnden Farben von türkis. Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, die letzten Sonnenstrahlen brechen durch ein paar wenige Wolken.

Wieder an Land friere ich ein bisschen und vermisse für einen Moment die warme Dusche. Aber es ist nur ein winziger Moment.

Dann sitze ich oben auf unserem Aussensitz, vor mir eine Flasche Rotwein und Gläser, Oliven und Käse und frage mich, was es Schöneres geben kann auf dieser Welt. Dabei ist das hier so einfach wie nur was.

Es gibt oben nur einen Schlafraum mit einem winzigen Fensterchen, das winzige “Wohnzimmer” mit Kamin zur Terrasse hin, die Terrasse selbst, auf der vier Leute gerade genug Platz haben und unten den Teil, in dem früher das Fischerboot schlummerte, wenn es nicht im Wasser lag. Jetzt steht dort auf abschüssigem Stein ein langer Holztisch mit ein paar Stühlen, noch ein paar Werkzeuge und Tampen liegen herum und eine kleine Küchenzeile dient mehr als Ablage als als Herd.

Früher war’s ein Fischerhäuschen

Und wisst ihr was? Es ist sowas von egal. Ein bisschen frieren? Nur das Feuer als Wärmequelle? Nachts raus gehen auf eine Trockentoilette? Ein Bunsenbrenner als Herd? Nein, es fehlt an nichts, im Gegenteil: es ist alles da. Und viel mehr.

Wer die Erfahrung machen möchte, schaut hier bei AirBnB vorbei. Mein Tipp ist die Nebensaison, auch wenn baden dann eher was für die Harten ist. Aber hey, Weicheier kommen hier sowieso nicht her. 😉

Blick auf die Cala Llombards

Fischerhäuschen Cala Llmobards Mallorca Bucht

Letztes Bild und Beitragsbild: AirBnB

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Diese Insidertipps für Südtirol müssen auf die 2017er-Liste!

By 3. Januar 2017 Europa, Mind, Popular Posts, Südtirol, Unterwegs
map-on-tour - Südtirol - MAPeople - Lieblingsflecken

Südtirol, (m)ein kleiner, großer Lieblingsfleck. Zwei waschechte Südtirolerinnen verraten, wo ihr “Landl” am schönsten ist und wie sie ihre Südtiroler Wurzeln beeinflussen.

Immer etwas anders: Die MAPeople

MA steht für Magdalena und Manuela, People für den “human-touch”, der den beiden Weltenbummlerinnen auch im Business das Wichtigste ist. Ihr Unternehmen MAPeople ist eine kleine, feine Boutique-Hotelberatung mit Sitz in Zürich. Hier kreieren die MAs die etwas anderen Konzepte und Brands für Hotels weltweit.

Die MAs rocken das Leben und – vermutlich auch noch die Welt. 🙂

map-on-tour - Südtirol - MAPeople - Lieblingsflecken

MAPeople aus Südtirol on tour im Café Citta: Manuela & Magdalena

Liebe MAPeople, was schätzt ihr besonders an Eurer Heimat Südtirol?

Wir leben ja schon eine Weile nicht mehr ständig in Südtirol sondern sind allein durch unsere Arbeit auf der ganzen Welt unterwegs. Ein paar Kunden haben wir aber auch in Südtirol und natürlich besuchen wir regelmäßig unsere Familien und Freunde.

Es hört sich vielleicht sehr marketingmäßig an, aber an Südtirol heranzukommen, ist wirklich nicht leicht. Diese paradiesischen Zustände muss erstmal einer nachmachen: die Berge, die Landschaft, die Luft, das gute Essen und die wundervollen Menschen – das ist schon ein toller Mix.

Gerade wenn wir länger nicht zu Hause waren merken wir wieder, wie wunderschön unser Landl ist. Das Zusammentreffen des Alpinen mit dem Mediterranen und des Österreichischen mit dem Italienischen prägt hier einfach alles vom Essen über die Menschen bis hin zum Lebensgefühl. Das ist schon unvergleichlich.

Was uns auch immer wieder auffällt, wenn wir länger nicht da waren, ist Read More

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Nur Mut! 10 persönliche Learnings aus 2016 – für 2017

By 31. Dezember 2016 Mind, Popular Posts, Wohlfühlen
Nur Mut! Learnings für 2017 Mallorca - Lieblingsflecken

Mut habe ich gebraucht im letzten Jahr. Und Zuversicht auch. Jetzt schwebe ich über die verschneiten Schweizer Berge hinweg und finde, dass dies ein geeigneter Moment ist, um auf das Jahr 2016 zurück zu blicken. Ich fliege nach Weihnachten von Deutschland nach Mallorca zurück, an den Ort, den ich als neues zu Hause ausgesucht habe.

Nach dem geschäftigen “Affen”, der im letzten Jahr laut dem chinesischen Horoskop das Leben bestimmen sollte und das in meinem Fall auch eindrucksvoll getan hat, meldet sich nun ab dem 28. Januar der Feuer-Hahn.

2017 – Ein Jahr voller Bewegung

Er soll uns viel Bewegung bringen und ich denke: ach Du Schreck, mir hat die Bewegung in 2016 gereicht. Doch 2017 verspricht einmal mehr ein geschäftiges Jahr zu werden. Diesmal geht es weniger um Veränderung und Loslösung von alten Dingen als viel mehr um den Beginn des Neuen. Da heißt es  Ärmel hochkrempeln und Arbeiten, aber auch Vorsicht vor Blendern, die in dieser Zeit vermehrt auftauchen sollen. Es gilt, genau abzuwägen und direkt und klar zu kommunizieren, auch wenn es weh tut.

Mir scheint, dass da einmal mehr Herausforderungen auf uns zu kommen. Ich schließe mit diesem Rückblick erst einmal mit dem aufregenden 2016 ab.

Das 1. Quartal 2016: Die Ruhe vor dem Sturm

Im letzten Jahr zur etwa gleichen Zeit habe ich geschrieben: “Das Jahr des Affen, so steht es geschrieben, sei der ideale Zeitpunkt, um all die Dinge anzupacken, die wir uns bisher nicht getraut haben. Es sei Zeit die Dinge anzugehen, unnötige Bedenken beiseite zu legen und den gewünschten Wandel selbst herbeizuführen. Selbst die verrücktesten Ideen könnten jetzt Erfolg haben. Risikofreude würde endlich wieder belohnt und alles ist möglich.Die Zeichen stehen also bestens, denn Bedenken abzulegen und mutiger zu werden, das nehme ich mir schon lange vor.”

Voller Tatendrang und voller Mut war ich und hatte, zum Glück, keinen blassen Schimmer davon, wie sehr der Affe in meinem Leben herumhüpfen und Unordnung stiften würde.

Alles begann mit der Yoga-Ausbildung von meinem Studio Way Yoga, die ich Ende März als Dozentin auf Mallorca begleiten durfte. Die Insel ist mir in die Glieder gefahren wie schon lange vorher nichts mehr und das, obwohl ich nicht zum ersten Mal hergekommen war. Danach ist viel passiert. Im Rückblick frage ich mich oft, wie das alles so schnell gehen  konnte, doch ich habe auch gelernt, dass es eben Dinge gibt, die sich rational nicht erklären lassen.

  1. Learning: Ich muss nicht alles erklären können. Manches geschieht und so ist es eben. (Auch wenn sich das sehr viel einfacher anhört als es ist.)

  2. Learning: Mut in die eigene Intuition und MACHEN zahlt sich aus. (Auch, wenn der Erfolg nicht immer sofort eintritt.)

Das 2. Quartal 2016: Raus aufs offene Meer

Im Mai gab es private Veränderungen, die mich dem Entschluss näher gebracht haben, meinen Traum zu verwirklichen und ins Ausland zu gehen. Ob Mallorca unter Deutschen nun als Ausland gilt, darf diskutiert werden. Für mich ist es Ausland, nämlich ein Stück Spanien, in dem die eigene Sprache Mallorquin gesprochen wird.

Ich habe angefangen, mein rudimentär vorhandenes Schulspanisch aufzufrischen und es macht mir ungeheuer viel Spaß.

3. Learning: Etwas Neues zu beginnen und wieder zu lernen erfordert erst einmal Mut – und macht dann unglaublich stolz und glücklich. Gut fürs Selbstbewusstsein ist es auch.

Das 3. Quartal 2016: Back to the roots

Meine erste Euphorie über all das Neue in meinem Leben bekommt im 3. Quartal einen Knacks. Die Erkenntnis sackt, dass ich mich auf totales Neuland begeben habe und mein Leben sehr anders geworden ist. Es kostet mich mehr Kraft und Energie, meinen Rhythmus zu finden, als ich geahnt hätte.

Es ist die Zeit, in der ich mich außerhalb meiner Mitte wieder finde und trotz all der Dinge, die ich vom Coaching und Yoga weiß, wenig gegen meine alten Muster und Gedanken tun kann. Ich erlebe mich als ängstlich, unsicher, unproduktiv und gleichzeitig ungeduldig. Alte Themen tauchen wieder auf, von denen ich dachte, sie längst erfolgreich verarbeitet zu haben. Ich muss einsehen, dass das noch nicht einmal annähernd der Fall ist. Die alten GlaubenssätzeMuster und Werte haben mich fest im Griff. Fragen tauchen auf wie: bin ich auf dem richtigen Weg? Habe ich richtige Entscheidungen getroffen? Kann ich mit all meinen Fehlern und Unzulänglichkeiten überhaupt eine gute Yogalehrerin sein?

3. Learning:

Theorien bewähren sich meist in der Theorie, selten in der Praxis. Die Praxis hingegen bewährt sich selten in der Theorie und nicht mal immer in der Praxis. ( Erhard Blanck, deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler

Der Sommer und Spätsommer wird die Zeit der Selbstreflexion, des Infragestellens und des Grübelns. Gleichzeitig erlebe ich eine wundervolle Unterstützung von Freunden und Bekannten, die ich nicht erwartet hätte und die mir soviel geholfen und gegeben  hat.

4. Learning: Ich bin nicht allein. (Auch, wenn es sich manchmal so anfühlt.)

Ich praktiziere viel Yoga und Meditation und übe mich in Akzeptanz und Urvertrauen. Oft wünsche ich mir, dass ich meinen Kopf abstellen könnte und weiß doch, dass ich sehr dankbar sein darf, ihn und meinen zum Teil wirren Geist zu haben.

5. Learning: Akzeptieren, Loslassen und Urvertrauen zu entwickeln dauert lange. Yoga, Meditation und eine ruhige Umgebung helfen mir dabei, Geduld und und Mitgefühl, besonders für mich selbst, zu entwickeln.

6. Learning: Egoismus ist nichts Schlechtes, auch wenn ich das lange so empfunden  habe. Er ist wichtig für die eigene Zufriedenheit. Wenn ich mit mir selbst nicht zufrieden bin, kann ich es auch mit anderen nicht sein.

Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie wahnsinnig streng ich mit mir selbst umgehe. Die Sprache, die ich mir selbst angedeihen lasse, ist sehr oft alles andere als mitfühlend. Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

7. Learning: Wie ich mit mir selber spreche, hat einen großen Einfluss auf mein Befinden. Wie ich mit mir spreche, so fühle ich mich.

Das 4. Quartal 2016: Winter auf Mallorca: zur Ruhe kommen.

Im Oktober feiere ich meinen Geburtstag auf Mallorca in der “Fischbude” in S’Arenal in Portoclom mit Blick aufs Meer und den Füssen im Sand. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: im November kann ich über liebe Freunde ein paar Straßen weiter eine kleine, sehr liebevoll eingerichtete Wohnung beziehen. Bisher war ich noch nicht ganz angekommen auf der Insel, es waren unruhige Zeiten und hat gedauert, etwas Schönes und Bezahlbares zu finden. Langsam kehrt Ruhe ein.

Wieder trägt Yoga zu neuer Inspiration bei: Eine weitere Ausbildung auf Mallorca findet statt, die mir sehr viel positive Energie schenkt. Das liegt unter anderen an Hilde, unserer mit 74 Jahren ältesten Teilnehmerin, die neben ihrer unglaublichen Beweglichkeit seit dem eine wundervolle Inspirationsquelle und echtes Vorbild für uns alle ist.

8. Learning: Es ist nie zu spät, Neues zu beginnen und Dinge zu verändern.

9. Learning: Nach Regen kommt wieder Sonnenschein. Immer.

Ich wünsche Euch allen einen wundervollen Start in das neue Jahr!

 

10. Learning:

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. (Demokrit) 

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5 gute Gründe für Ayurveda in Deutschland

By 26. November 2016 Deutschland, Mind, Popular Posts, Unterwegs, Wohlfühlen
Ayurveda in Deutschland - Lieblingsflecken - Ayurveda Parkschlösschen

Bringt Ayurveda in Deutschland eigentlich etwas? Gibt es “echtes” Panchakarma auch in Deutschland? Bringt das was? Und ist es nicht besser, eine Ayurveda Kur dort zu erleben, wo sie herkommt, nämlich in Indien oder auf Sri Lanka?

Ich habe den Test gemacht und durfte Ayurveda in Deutschland im wundervollen Ayurveda Parkschlösschen schnuppern.

Gibt es authentisches Ayurveda in Deutschland? Und wenn ja, wo?

Lange habe ich geglaubt, dass eine Panchakarma Kur am besten in Indien oder auf Sri Lanka stattfinden sollte. An beiden Orten habe ich sie gemacht und jedesmal bin ich absolut zufrieden zurück gekehrt. Allerdings hatte ich zu beiden Gelegenheiten etwas sehr wertvolles im Gepäck, nämlich Zeit!

1. Der Zeitfaktor

In Indien kam ich erst an, nachdem ich mich bereits 5 Tage in Singapur klimatisiert hatte. Nach der Kur hatte ich immer noch Zeit und habe die Reise im wunderschönen Luang Prabang in Laos ausklingen lassen.

Vor der Ayurveda-Kur auf Sri Lanka im letzten Jahr bin ich zuvor für eine Woche über die wunderschöne Insel gereist. Im Anschluss fehlte die Zeit und ja, diesmal hätte ich sie gebraucht, denn kurz vor der Abreise bekam ich einen fiesen Hautausschlag im Gesicht, den ich lieber vor Ort zusammen mit meiner Ayurveda-Ärztin auskuriert hätte. Zum ersten Mal dachte ich: ja, es wäre gut gewesen, jetzt noch einen Zeitpuffer zu haben – oder aber keinen Langstreckenflug mehr vor mir zu haben.

2. Nachhaltig entgiften

Meine Ayurveda Expertin Monika Leonhard aus Niederhöchstadt bei Frankfurt kennt sich seit Jahrzehnten bestens aus mit der “Wissenschaft vom Leben”. Lange Jahre ist sie nach Indien gereist und hat dort im größten Ayurveda-Zentrum Indiens, dem Atmasantulana- Village bei ihrem Lehrer Dr. Shri Balaji També gekurt und gelernt.

Inzwischen bleibt sie in Deutschland. Warum?

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Ayurveda – nur ein neuer Trend?

By 14. November 2016 Food, Mind, Popular Posts, Wohlfühlen, Yoga
Früchteparadies Sri Lanka

Klar, mit Ayurveda kann man auch abnehmen. Doch die 5.000 Jahre alte Wissenschaft aus Indien ist so viel mehr als nur ein neuer Diät-Trend.

Die Mutter der Medizin

Das Wissen über die ayurvedische Medizin soll der Legende nach von himmlischen Heilern an meditierende Asketen aus dem Himalaya weitergegeben worden sein. Das Alter der ersten schriftliche Aufzeichnungen wird auf 5.000 – 3.000 Jahre v. Chr. geschätzt. Ayurveda ist wohl die älteste Gesundheitslehre der Welt.

Ayur-veda: Die Weisheit vom langen und gesunden Leben

Ayus = Leben 

Veda = Weisheit 

“Die Mutter der Medizin” hat das Ziel, Gleichgewicht in Körper und Geist sicher zu stellen. Die Weisen von damals haben scharf beobachtet und herausgefunden, dass der Mensch nur dann gesund bleibt, wenn er sich in Balance befindet. Wir nennen das heute, in der inneren Mitte sein. Die passende Diät im Sinne von Ernährungsweise ist dabei nur ein Teil.

Diät vom Leben

Die meisten Menschen leben heute leider ein Leben auf der Überholspur und scheren sich erst um ihre Gesundheit, wenn sie erste Anzeichen von Krankheit bemerken.

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Die Doshas und ihre Elemente

Die Elemente und die Doshas

Im Ayurveda gibt es drei Doshas oder Konstitutionstypen.

  • Vata 
  • Pitta 
  • Kapha

Die drei Doshas sind den Naturelementen Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde zugeordnet.

Vata – Raum & Luft

Menschen mit Vata-Dosha sind entsprechend “bewegt”  und luftig in Geist und Körper. Sie sind häufig sehr kreativ und haben tausend Ideen, mit der Umsetzung hapert es allerdings oft. Ihr Körperbau ist oft zierlich und dünn, ihr Appetit unregelmäßig, ebenso die Verdauung. Vatas können das Essen komplett vergessen und erinnern sich erst daran, wenn sie sich schlapp fühlen vor Hunger.

Vata-Typen sind schnell von Dingen begeistert und gehen mit voller Kraft ans Werk, verlieren jedoch unterwegs die nötige Energie. Sie sollten ganz besonders auf einen geregelten Tagesablauf und regelmäßige Mahlzeiten achten. (Was ihnen schwer fällt, ich weiß, wovon ich rede. 😉 )

Vata-Störungen äußern sich durch innere Unruhe, Nervosität, Sorgen, Angespanntheit und Rastlosigkeit. Im Körper zeigt sich eine Vata-Störung zum Beispiel durch knackende Gelenke, sehr trockene oder schuppige Haut, Gewichtsverlust oder Kältegefühl.

Pitta – Feuer & ein bisschen Wasser

Pitta-Typen haben eine Menge Feuer in sich, sind willensstark und gehen strukturiert zu Werk. Ihr Verdauungsfeuer, auf Sanskrit “Agni“, lodert förmlich ununterbrochen. Sie sind die klassischen Allesverwerter und werden ungemütlich, wenn sie Hunger haben. Eine Diät in puncto Essen müssen diese meistens sehr sportlich aktiven Zeitgenossen so gut wie nie halten. Ihnen würde Entschleunigung gut tun.

Ihr Körperbau ist häufig athletisch und ihre Willenskraft ausgeprägt. Pittas haben selten das Bedürfnis, Pausen einzulegen weil ihr Energielevel hoch ist.

Pitta-Störungen äußern sich in aggressivem, aufbrausendem, ungeduldigem Verhalten und Hitze im Körper. Pitta-Störungen können zu Hautausschlag, Schuppenflechte und Entzündungen führen. Sie sind anfällig für Burn-Out, da sie sich über ihre Grenzen hinaus fordern.

Kapha – Erde und Wasser

Ein Kapha Mensch genießt gern, liebt das Essen und wäre als Tier vermutlich Balu der Bär aus dem Dschungelbuch.

Kapha-Menschen wirken meistens anziehend auf andere, denn sie strahlen Ruhe und Geborgenheit aus und besitzen eine sinnliche Ausstrahlung. Ihr Haar ist meistens voll und/oder gewellt und ihr Körperbau kann, muss aber nicht kompakt sein.

Kapha-Typen verfügen über ein eher schwaches Verdauungsfeuer. Weil sie trotzdem gern essen, kann Übergewicht die Folge sein. Das stört einen Kapha jedoch nicht: er geniesst lieber als Diät zu halten und nimmt ein paar Pfunde zuviel in Kauf.

Kapha-Menschen besitzen die nötige Ruhe und Ausdauer, um auch Routineaufgaben mit Freude zu erledigen.

Kapha-Störungen zeigen sich in Antriebslosigkeit bis hin zur Lethargie, Überessen und zuviel Schlaf. Körperlich kommt es bei Kapha-Störungen zu Schleimbildung, die sich z.B. in einer Erkältung oder Nebenhöhlenentzündung äußern kann. Schleimbildende Nahrung wie Milchprodukte oder auch Bananen sollten beispielsweise reduziert werden.

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Vaza-Dosha: Wind und Raum

Prakriti – die Urkonstitution

Laut dem Ayurveda kommt jeder Mensch mit einer Ur-Konstitution auf die Welt. Auf Sanskrit heißt sie Prakriti und bleibt ein Leben lang.

Wenn die Doshas ins Ungleichgewicht geraten

Weil alles in der Natur sich ständig verändert, verändern sich auch die Gewichtungen der Doshas je nach  Lebensphase und Lebensstil. Das ist ok.

Schwierig wird es, wenn es zu Störungen kommt und der Mensch das innere Gleichgewicht dauerhaft verliert. Die Störung heisst auf Sanskrit “Vikuti“. Übersetzt bedeutet es, das, was man ausgleichen möchte. Vikuti verursacht nach der Wissenschaft des Ayurveda alle Krankheiten.

Vikuti – die Störung

In unserer heutigen Zeit geraten bei den meisten Menschen das Vata- und Pitta-Dosha ins Ungleichgewicht. Beide sind in der Regel mehr oder weniger stark erhöht. Unser von dem Streben nach immer “höher, schneller, weiter” geprägten Zeitgeist trägt daran seinen Anteil.

Die Folgen sind empfundener Zeitmangel und daraus resultierender Stress, einhergehend mit schlechter Ernährung, Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, dem Gefühl der Überforderung und im schlimmsten Fall sogar Burn-Out und depressiven Tendenzen.

Welcher Konstitutionstyp bin ich? 

Meistens finden sich Mischtypen aus zwei Doshas, seltener ist der Tridosha-Typ, bei dem alle drei Doshas gleichermaßen ausgeprägt sind.

Zur ersten Orientierung gibt es einige Online-Tests, die eine eingehende Untersuchung bei einem  ausgebildeten Ayurveda-Arzt jedoch nicht ersetzen können. Insbesondere die Zungen- und Pulsdiagnose spielen eine ausschlaggebende Rolle.

Panchakarma – die Reinigungskur im Ayurveda

Die meisten Menschen suchen einen Arzt erst dann auf, wenn sie bereits krank sind. Die ayurvedische Reinigungskurmehr dazu in meinem Artikel über Panchakarma  – nutzt Ölmassagen, Einläufe, Spülungen, Bewegung wie Yoga, Meditation und vor allem die richtige Ernährung, um das Gleichgewicht wieder herzustellen und Krankheiten zu heilen und vorzubeugen. Je nach Störung werden die Anwendungen individuell angepasst.

Ayurveda Sri Lanka Surya Lanka

Wenn schon Pillen, dann wenigstens natürlich. Kräuterschrank im Surya Lanka auf Sri Lanka

Eigenverantwortung statt Pillen schlucken

Ayurveda pocht von jeher auf die Verantwortung für das eigene Leben: Jeder ist seiner eigenen Gesundheit Schmied und hat die Aufgabe, pfleglich umzugehen mit diesem Körper, den wir für die Zeit auf dieser Erde geschenkt bekommen haben.

Ayurveda ist keine Pille, die man mal eben einwirft sondern Prävention, für die es Eigeninitiative braucht. Klingt schwierig? Ist es nicht.

Verbote? Nicht im Ayurveda!

Ein Glas Wein im Kreis von Freunden? Appetit auf Fleisch? Der Kuchen am Nachmittag? Alles gut, so lange das, was für die eigene Konstitution empfohlen wird, an allen anderen Tagen im Jahr mehr oder weniger eingehalten wird. Im Ayurveda gibt es keine Verbote und Hunger schon gar nicht.

Im Vordergrund steht – im Gegensatz zu einer Diät – immer die Lebensfreude und keine dogmatischen Regeln, die nach kurzer Zeit niemand mehr einhalten mag.

In der Küche im Ayurveda Parkschlösschen in Traben-Trarbach stand dieser Spruch von Hippokrates an der Wand:

Let good food be your medicine.

 

Ist Ayurveda nun eine Diät?

Ayurveda ist aus meiner Sicht zwar eine Ernährungsform, jedoch ganz sicher keine mit Entbehrungen verbundene Diät. Im Gegenteil macht es Spaß zu spüren, was die individuell richtige Nahrung mit einem macht. Das Tolle: Ayurveda kommt ganz ohne dogmatische Regeln aus und keiner muss Hungern. Wir sind, was wir essen.

Wer eine Ayurveda Kur machen möchte, hinterlässt mir einfach unten seine Fragen. Gerne erzähle ich Euch von meinen Erfahrungen aus Indien, Sri Lanka und Deutschland.

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Iss, was Dir gut tut!

 

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Put on your BLUE MIND! Wie die Nähe zum Wasser das Gehirn verändert

By 3. November 2016 Mind, Popular Posts, Wohlfühlen
Blue Mind - Leben am Wasser - Mallorca - Lieblingsflecken

Für mich ist das “Blue Mind” wie eine Eintrittskarte zu dem Zustand, den die Yogis und wohl so gut wie jeder Mensch gern erreichen möchten: der Zustand, in dem die Gedankenwellen zur Ruhe kommen.

Yoga città vritti nirodah.

Yoga Sutra 1.2.

 

Wäre es nicht schön, wenn der Kopf einfach mal Ruhe geben würden? Wenn wir die Gedanken für eine Weile abschalten könnten?

Es gibt Hoffnung, denn Neurowissenschaftler, Psychologen und Glücksforscher haben sich mit den positiven Auswirkungen der Nähe zum Wasser befasst. Sie bestätigen das, was wir schon immer geahnt haben: am Wasser sein macht glücklich!

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Wissenschaftlich erwiesen: am Wasser sein macht glücklich

Wallace J. Nichols lebt in Kalifornien in der Nähe von San Francisco und er ist Meeresbiologe. Jeden Tag schwimmt er mehrere Kilometer im Meer und das nicht nur aus Berufsgründen, sondern weil er festgestellt hat, dass das seine Glückshormone ordentlich inspiriert.

Wallace spricht in diesem Zusammenhang vom “Blue Mind”, einem positiven Geisteszustand, der sich aus der blossen Nähe zum “blauen” Wasser ergibt.

Einfach mal abtauchen

Wer regelmäßig schwimmt, tut seiner Gesundheit Gutes. Es bringt den gesamten Organismus in Schwung und verbrennt ordentlich Kalorien. Jede Bewegung im Wasser muss gegen einen Widerstand ausgeführt werden und der Energieumsatz ist hoch. Schwimmen vereint alle Vorteile eines Ausdauersports: Neben der Muskulatur werden auch die Lungenfunktion, Ausdauer und Herz trainiert. Der Stoffwechsel wird verbessert, das Immunsystem gestärkt und durch die Auftriebskraft des Wassers werden Bänder, Sehnen und Gelenke entlastet. Die Verletzungsgefahr ist für diese Körperteile gering.

Meerwasser entgiftet den Körper zusätzlich, denn das Salz entzieht ihm toxische Stoffe, die sich durch Nahrung oder sonstige Umweltbelastungen ablagern können.

Peace of Mind oder: einfach mal abschalten

Unserem Gehirn reicht es schon, wenn wir einfach nur auf das Wasser schauen. Nichols schreibt: “Während einerseits alles statisch erscheint, verändert es sich doch permanent.” Im Gegensatz zu Chaos im Kopf durch das Bombardement an elektronischer Datenflut schenkt die Nähe zum Wasser Ruhe.

“Peace of mind” ist der englische Ausdruck, “Frieden im Gehirn”. Veränderung, so Nichols, geschieht am Wasser subtil und langsam: hier eine Welle, dort ein Segelboot und am Horizont eine Möwe. Das ist der krasse Unterschied zu tausenden von Eindrücken in Form von Bildern und Worten und tut unserem Gehirn ungemein wohl.

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Meditative Wirkung von Wasser

Wer schon einmal am Strand saß und nichts anderes getan hat als dem Wellenschlag zu lauschen weiß, dass Wasser eine beruhigende, beinah hypnotische Wirkung besitzt. Das Geräusch von Meereswellen wirkt positiv auf unsere Gehirnwellen und fördert meditative Zustände.

In meinen ersten zwei Monaten auf Mallorca habe ich in einer winzigen Wohnung direkt am Meer gewohnt und bin mit dem Meeresrauschen eingeschlafen und aufgewacht. Ersteres war leichter. 😉 Spaß beiseite. Das Meditieren am Morgen mit nichts als dem Wellenschlag als Geräuschkulisse ist mir noch nie so leicht gefallen.

Nah am Wasser sein macht kreativ

Am Wasser schaltet unser Gehirn vom Funktions- in den Entspannungsmodus um und das ist praktisch. Denn nur wenn die Millionen von Gedanken zur Ruhe kommen, können wir das Unterbewusstsein und damit unsere kreative Quelle anzapfen. Ich persönlich habe nach Meditationen selten soviel aufgeschrieben wie nach denen am Wasser und speziell am Meer.

Wasser macht zufrieden

Zufriedenheit bedeutet, innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als das, was gerade ist. Es bedeutet, mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen oder ähnlichem einverstanden zu sein und nichts auszusetzen zu haben. Zugegeben, es ist nicht leicht, einen solchen Zustand und schon gar nicht auf ewig zu erreichen. Doch es ist bewiesen, dass die Nähe zum Wasser die Zufriedenheit fördert. Der Glücksatlas der Deutschen Post verortet die glücklichsten Deutschen seit vielen Jahren im Norden, dort wo das Wasser nah ist.

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Die Kraft der negativen Ionen

Unsere modern geprägte Umwelt ist überladen mit positiven Ionen. Diese Elektroteilchen werden zum Beispiel von elektronischen Geräten wie Computern, Handies, Mikrowellen & Co. ausgespuckt. Positive Ionen ziehen unsere natürlich Energie in den Keller während negative Ionen wie ein Booster auf unsere Lebensenergie wirken. Die negativen Ionen finden sich in der Natur, im Grünen und besonders am Wasser.

Im Yoga wird die Lebensenergie Prana genannt und Pranayama sind die speziellen Übungen, um den Atem zu kontrollieren. Den Yoga-Gurus war vermutlich nicht viel über negative Ionen bekannt, jedoch spürten sie ihre wohltuende Wirkung und erkannten, dass die Kunst der tiefen, rhythmischen Atmung im Freien Gesundheit und Lebensdauer positiv beeinflusst. Alte Schriften der Yoga-Lehre besagen, dass ein Schüler in der Nähe eines Wasserfalls, in einer Höhle oder in einer Höhle unter einem Wasserfall trainieren sollte, um seinen Körper und Geist durch Atmung zu perfektionieren.

FAZIT: raus in die Natur, ab ans Wasser – und tiiiiief atmen! 

Übrigens wirkt auch ein Spaziergang in der Natur wahre Wunder, insbesondere, wenn noch ein Bach oder See in der Nähe ist. Einfach mal inne halten, den Gedanken Urlaub geben und tief durchatmen.

 

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Lebst Du jetzt eigentlich auf Mallorca?

By 28. September 2016 Europa, Mallorca, Mind, Popular Posts
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Lebst Du jetzt auf Mallorca? Die Frage bekomme ich gerade oft gestellt und um es kurz zu machen – was sonst nicht unbedingt zu meinen Stärken gehört – ja, ich wohne seit Anfang September hier. Mein Wohnsitz ist nach wie vor in Deutschland, ich pendle hin und her und wenn es beruflich etwas in Deutschland zu tun gibt, komme ich wieder.

Und was machst Du den ganzen Tag auf Mallorca?

Am Strand liegen. Nee, natürlich nicht, das Leben kostet hier genauso viel wie in Deutschland und will finanziert werden. Zum Glück kann ich, solange ich WLan habe, überall auf der Welt arbeiten. Neben dem “Bloggen” schreibe ich für Kunden und mache, wie ihr inzwischen sicherlich wisst, die Pressearbeit für meine “erste” Insel Juist. Außerdem betreue ich als Yogalehrerin Yogaausbildungen, einige davon sogar hier auf Mallorca, die nächste startet Mitte Oktober.

sonnenuntergang-Colonia de Sant Jordi Mallorca - Lieblingsflecken

sonnenuntergang-Colonia de Sant Jordi Mallorca – Lieblingsflecken

Life is what happens to you while you are busy making other plans. (John Lennon)

Wieso Mallorca?

Die ganze Geschichte erspare ich Euch. Nur soviel: ich fühle mich hier sehr wohl. Wahrscheinlich liegt das an der Nähe zum Meer. Ich liebe es einfach und habe mir ein Leben am Meer immer gewünscht.

In den letzten Monaten habe ich viel darüber gelernt, dass das Leben sowas von gar nicht planbar ist und so platt all die Sprüche zum Thema Veränderung inzwischen daher kommen mögen, ist was Wahres dran an ihnen. Plötzlich passiert etwas und alles rund herum verändert sich. Ob das, was kommt gut ist, weiß kein Mensch. Auch das ist eine Erfahrung: abwarten lernen, loslassen und das Gras wachsen lassen, ohne daran zu ziehen.

Abenteuer Wohnung finden

Zuerst habe ich auf AirBnB nach kleinen, möblierten Wohnungen und Apartments geschaut. Auf Mallorca ist es nach meiner Erfahrung sehr viel leichter, eine schicke Villa mit Blick auf das Meer zu mieten als eine schnuckelige, bezahlbare Wohnung zu finden. Schon gar nicht, wenn sie WLAn und eine Heizung haben soll. Bekannte, die schon lange hier leben, haben mich vorgewarnt: Mallorcas Winter sind kalt. Nicht, weil die Temperaturen ins Unermessliche absinken sondern weil die Feuchtigkeit Einzug hält. Ohne Heizung wird alles, von der Bettwäsche bis zu die Klamotten, klamm und muffig. Das ist alles andere als gesund und stinken tut es auch.

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Glück gehabt: Ferienwohnung in Colonia de Sant Jordi – mit Blick auf das Meer

Manchmal fügen sich die Dinge auf wundersame Weise. In meiner letzten Yogaausbildung war eine Hamburgerin, die eine Freundin Ferienwohnung auf Mallorca hat. Wir haben gesprochen und wurden uns schnell einig. Zwar hat sie keine installierte Heizung und WLAn funktioniert mehr schlecht als recht über ein benachbartes Hotel, doch sie liegt direkt am Meer. Ich schlafe mit dem Meeresrauschen ein und wache mit ihm auf. Morgens radle ich mit dem Fahrrad in wenigen Minuten in eine Bucht, die schon zum Strand Es Trenc gehört und gehe schwimmen. Danach übe ich Yoga am Meer. Paradies? Ja, schon. Und immer noch kann ich es manches Mal nicht glauben.

Auf Dauer suche ich trotzdem etwas mit Heizung, ab Dezember wäre das sicherlich besser. Die kleinen Heizkörper in der Wohnung funktionieren zwar, sind aber mit Strom betrieben und das wird teuer. Poc a poc, wie die Mallorquiner sagen.

Herausforderungen im Alltag – Veränderung ist kein Ponyhof

Auch das vermeintliche Paradies hat seine zwei Seiten und so eine Entscheidung sowieso. Ich verstehe nach dem relativ ruhigen Fahrwasser der letzten Jahre, was Veränderung bedeutet, welche Gefühle damit einhergehen, von Freude über Mut bis zu Unsicherheit und schlichtweg Angst. Ich erlebe, dass jede Veränderung Konsequenzen hat (haha, WISSEN tun wir das ja alle) und dass das Neue, da es eben neu und ungewiss ist, beunruhigend sein kann.

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Ab und zu mal die Perspektive wechseln. Morning-Yoga al mar.

Allein sein gehört nicht zu meinen favorisierten Zuständen, doch hier bin ich das. Zwangsläufig. Yoga tut gut beim Alleinsein.

Wann habe ich mir zuletzt einen neuen Freundeskreis aufgebaut? Ich kann mich nicht erinnern und hatte vergessen, dass das ganz schön schwer sein kann am Anfang. Ich lerne, mit mir selbst zurecht zu kommen, eine Disziplin, die ich bisher vermieden habe.

Zum Glück kommen immer wieder Bekannte und Freunde nach Mallorca. Wir treffen uns, ich zeige ihnen meine Lieblingsflecken, von denen immer Neue dazu kommen und wir verbringen Quality Time. Schließlich sind die dann im Urlaub und haben – Zeit.

Die Sprache

Mein Spanisch war bisher sehr rudimentär und bitte, ich gehöre nicht zu den verdummten Auswanderer, die sich ein Leben im Ausland auf Deutsch vorstellen. Auch, wenn das hier auf Mallorca sogar möglich wäre.

Ich habe also angefangen, mit einem Privatlehrer Spanisch zu lernen. Vier Tage in der Woche verbringe ich mit ihm für zwei Stunden. Langsam aber sicher geht es voran und es macht mir irre viel Spaß. Das Gehirn ist tatsächlich auch “im Alter” noch lernfähig. 😉 Disziplin gehört, wie bei allen Dingen die neu hinzu kommen, natürlich dazu.

sonnenuntergang-portocolom Mallorca - Lieblingsflecken

Die meisten kommen zum Ferien machen her. Kein Wunder.

Ferieninsel Mallorca 

Mallorca ist eine Ferieninsel und am Anfang hatte ich Mühe, für mich einen Rhythmus zu finden. Ständig lockt der Strand und das Meer und die Sonne und ein Cortado hier und ein Café con leche da. Inzwischen habe ich meine feste Taklung gefunden und mein Alltag sieht nicht anders aus als in Deutschland, außer dass ich morgens im Meer Schwimmen gehe. Danach mache ich Yoga und atme und meditiere, danach gibt’s Frühstück und danach zurzeit Spanischkurs. Später sitze ich wie gewohnt am Rechner und schreibe und recherchiere und mache meinen Job. Die Wochenenden halte ich mir frei, für Ausflüge und den Genuss, claro.

Auch wenn eigentlich alles gleich ist, ist doch ganz viel anders. Das Licht, die Sonne, der blaue Himmel  und die Nähe zum Wasser empfinde ich als Balsam für die Seele, ebenso den um einiges entspannteren Lifestyle der Mallorquiner. Er entschleunigt, auch mich.

Fazit nach fast drei Wochen Mallorca

Ich bin – die meiste Zeit – sehr glücklich hier und lerne viel über mich selbst.

Hier gibt es ein Buch, das heißt “Mallorca ist nichts für Luschen”. So ist es. Das Leben hier unterscheidet sich nicht von dem in Deutschland, jedenfalls nicht, was die “Arbeit” und den “Wettbewerb” angeht. Das Umfeld ist ein anderes, die Nähe zur Natur gibt mir viel Energie. Wenn die mal nicht da ist, setze ich mich auf eine Klippe ans Meer. Das ist Meditation pur.

believe-in-yourself-yoga - Mallorca - Lienblingsflecken

Mein schönstes Geschenk: Believe-In-Yourself-Yogamatte von Herzteil – LOVE IT!

Klar, es gibt noch viel zu tun, ich werde noch eine Weile brauchen, um tatsächlich anzukommen. Prio eins ist erstmal das Spanisch. In 2017 möchte ich Yoga Retreats hier auf der Insel anbieten. Dazu schaue ich aktuell nach geeigneten Fincas und Hotels, die einen SCHÖNEN Yogaraum besitzen. Die Recherche läuft. Langweilig wird es nicht.

Poc a poc, eins nach dem anderen.

Wenn Du Fragen hast “zum Leben auf Mallorca” oder Tipps oder eigene Erfahrungen teilen möchtest, schreib mir gerne oder hinterlass mir Deinen Kommentar.

Yoga-Colonia de Sant Jordi Mallorca - Lieblingsflecken

Bhukasana am Morgen am Meer vor der Haustür in Colonia de Sant Jordi

sonnenuntergang-portocolom Mallorca - Lieblingsflecken

So sehen Sonnenuntergänge im September aus. Hier in Portocolom #nofilter

sonnenuntergang-Colonia de Sant Jordi Mallorca - Lieblingsflecken

Und so geht Sonnenuntergang in meiner derzeitigen “Heimat” Colonia de Sant Jordi. PEACE. #nofilter

 Live an easy crazy happy life. Always. 🙂

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